Discovery Club II - Französischer Abend
Am 30.06.2010 war es soweit.
Endlich durften die Kinder ihre Eltern und Geschwister mitnehmen auf eine virtuelle Rundreise durch Frankreich.
Für eine gelungenen Präsentation haben die Kinder sehr viel Vorarbeit geleistet.
Die Aufgabenstellung: Jedes Kind stellt eine Region Frankreichs vor, thematisch untergliedert in Lage, Speisen und Getränke und Sehenswürdigkeiten.
Der erste und wichtigste Punkt:
Das Sammeln der Informationen, das Bewerten den Informationen, letztendlich die konkrete Auswahl der sinnvoll nutzbaren Informationen.
Tabellarisch dargestellt, mit Quellenangaben.
Für 9 jährige Kinder ist dieser Vorgang sicher nicht leicht, insbesondere bei einer alterorientiert eher abstrakten Themenstellung.
Da war die temporäre Hilfe der Eltern schon noch nötig.
Die nächste Punkt:
Das Erstellen der Folien - für 9 jährige überhaupt kein Problem.
Hier werden die (technischen) Fähigkeiten unserer Kinder im Regelschulbetrieb sehr stark unterschätzt.
Eine Doppelstunde Einführung und Übung und eine Doppelstunde Kontrolle und Optimierung der als Hausaufgabe erstellten Folien.
Fertig waren die Präsentationsfolien. Und man konnte sehr gut erkennen - Elternhilfe, nicht wirklich erwünscht.
Abschließend, als letzter Punkt, der Vortrag:
Entgegen der vorherrschenden landläufigen Lehrermeinung, Schüler der 3. Grundschulklasse könnten als Referatserzeugnis lediglich ein unstrukturiertes Plakat mit bunten selbstgemalten Bildern, beschriftet in (der entsprechend der Plakatgröße) mikroskopischer Schriftgröße abgeben, dann als Vortrag mit dem Rücken zur Klasse relativ unsicher die Informationen vom Plakat vorlesen und zwischendurch auf das eine oder andere Bildchen mit dem Zeigestock hinweisen, haben die Kinder eindrucksvoll gezeigt, es geht auch erheblich professioneller.
Die technische Steuerung des Vortrages, die Bedienung des Notebooks bzw. der Präsentationssoftware stellt überhaupt kein Problem dar.
Der Vortragsstil, das optische Auftreten, das laute, deutliche, ruhige Sprechen, die Konzentration auf den Vortrag - die wesentlichen Elemente aus dem professionellen Erwachsenenbereich - für 9 jährige leicht realisierbar.
Wiederum 2 Doppelstunden, einmal Einführung und lockere Übung, dann Vortragtraining als Hausaufgabe (vor dem Spiegel) und eine "Generalprobe" in Quasi-Echtbetrieb, mit fremdem Publikum.
Das klappt komplett ohne Elternhilfe.
Für diese 9 jährigen Schüler ist es nun "normal" ein schulisches Referat selbstständig als sauber strukturierte Beamer-Präsentation aufzubauen.
In unserer Grundschulwelt ist es leider nicht "normal" derartige Fähigkeiten zu nutzen und auf breiter Ebene möglichst allen Kindern zu vermitteln.
Im Gegenteil. In den weiterführenden Schulen wiederum wären allerdings diese Fähigkeiten gern gesehen. Verkehrte bayrische Schulwelt.
Ein interessantes Fazit der Kinder:
Zitat:
Folien machen geht schneller als Plakat machen und ist viel interessanter.
Zitat Ende.
Unser (elterliches) Ziel ist damit erreicht.
Effizientes und erfolgsorientes Arbeiten vermittelt, die Kinder haben es aber nicht mal richtig bemerkt.
Lernen und Lachen eben. In diesem Fall mit etwas savoir vivre, besser wohl l'art de vivre.
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